Teamdynamik

Teamdynamik - unser Verständnis

Unternehmerischer Erfolg ist maßgeblich von der professionellen Zusammenarbeit der Mitarbeiter/innen abhängig. Mit Teamtrainings haben Trainer/innen und Coachs ein Instrument in der Hand, mit dem sie z. B. Abteilungen, Projekt- oder Führungsteams voranbringen können. Im Folgenden haben wir für Interessierte Trainer/innen und Coachs unseren Arbeitsansatz beschrieben. Eine ausführliche Darstellung unserer Methode wurde in unserem Buch "Teamdynamik entwickeln, begleiten, gestalten", ManagerSeminare, 2019 veröffentlicht.
Der Wert eines Teamtrainings liegt darin, dass sich durch ihn Beziehungen, Prozesse und Strukturen positiv verändern. Wodurch wirkt ein Workshop aber nachhaltig? Im Folgenden haben wir einige Aspekte beschrieben, die aus unserer Erfahrung heraus die Nachhaltigkeit günstig beeinflussen:

1. Die Prozessorientierung
2. Die Rahmenbedingungen
3. Die Handlungsorientierung
4. Die Visualisierung

Die Prozessorientierung
Die Form der Zusammenarbeit innerhalb eines Teams hat sich in der Regel über Jahre oder manchmal auch Jahrzehnte hinweg entwickelt und verfestigt. Soll diese grundlegend verändert werden, ist ein längerer Prozess erforderlich. Um die Nachhaltigkeit eines Teamworkshops zu erhöhen, muss dieser in einen längerfristigen Gesamtprozess eingebunden werden.
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Wir beginnen einen Prozess mit der Auftragsklärung, gefolgt von einem ersten, in der Regel zweitägigen, Teamworkshop. Danach folgt eine Schleife von Meilensteingesprächen mit dem Auftraggeber und halb- oder ganztägigen Follow-up-Veranstaltungen mit dem Team. Erst wenn bestimmte Ziele bzw. Meilensteine erreicht wurden, wird diese Schleife beendet. Abgeschlossen wird der Teamprozess durch ein finales Gespräch mit dem Auftraggeber über das Endergebnis. 

In der Auftragsklärung erhalten wir wichtige Informationen z. B. zum Unternehmen, zur Teamzusammensetzung, zu Konflikten innerhalb des Teams, zu Arbeitsschwerpunkten sowie zu Strukturen und Prozessabläufen und besprechen die Zielsetzung der Teammaßnahme. Das Gespräch kann per Telefonkonferenz oder vor Ort im Unternehmen durchgeführt werden. Ein Treffen vor Ort bietet die Möglichkeit, das Unternehmen kennenzulernen, sowie die Stimmung, Kultur und das Miteinander live zu erleben. Dies hat den Vorteil, dass diese Eindrücke unmittelbar bei der Konzeptentwicklung berücksichtigt werden können. An dem Gespräch zur Auftragsklärung können unterschiedliche Personengruppen aus dem Unternehmen teilnehmen. Je nach Unternehmensgröße ist es sinnvoll, hierbei die Geschäftsführung, den zuständigen Personalentwickler, den Fachbereichsleiter, die Führungskraft des Teams mit einzelnen Teammitgliedern oder das gesamte Team mit einzubeziehen. Als nächster Schritt folgt der Teamworkshop und im Anschluss das Meilensteingespräch mit dem Auftraggeber. In diesem Gespräch gibt der Trainer dem Auftraggeber eine Rückmeldung zum Verlauf und zu Ergebnissen des Teamworkshops. Dazu gehören u. a. Informationen über die im Workshop entstandenen „Themenspeicher“ und „Liste offener Punkte“. Zusätzlich wird das weitere Vorgehen geklärt.

Die Rahmenbedingungen
Ein wichtiges Prinzip unserer Arbeit lautet: Der Rahmen macht den Inhalt möglich. Eine einladende Umgebung, ein angenehm klimatisierter Seminarraum, ansprechende Zimmer und genussreiches Essen sind wichtige Grundbedingungen für das nachhaltige Gelingen eines Workshops. Sie sollten daher bewusst ausgesucht und gestaltet werden. Für den Workshop liegt daher ein wichtiger Punkt in der Wahl des Veranstaltungsortes. Eine räumliche Distanz zum Unternehmen ermöglicht dem Team, sich voll und ganz auf den Teamworkshop konzentrieren und einlassen zu können und sich mit dem notwendigen emotionalen Abstand zum Arbeitsalltag näher kennenzulernen, auszutauschen sowie bestimmte Sachverhalte zu reflektieren. Eine Entfernung des Veranstaltungsortes von ca. 20 Fahrminuten zum Unternehmen ist daher sinnvoll.. Findet der Teamworkshop im Unternehmen statt, sind die Teilnehmer zu nah an ihrem Arbeitssystem. Teilnehmer nutzen dann beispielsweise die Pausenzeiten, um E-Mails zu kontrollieren bzw. mit Kollegen außerhalb des Workshops offene Punkte zu klären. Dies ist für die eigentliche Zielerreichung kontraproduktiv, da die Pausenzeit nicht für den prozessfördernden informellen Austausch mit den anderen Teamkollegen verwendet wird.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Perspektivenwechsel den die räumliche Entfernung ermöglicht. Raus aus den gewohnten Räumlichkeiten, rein in eine neue Umgebung: Dies bringt neue Sichtweisen mitsich und erweitert den Blickwinkel. Ein Beispiel: Wir haben über viele Jahre ein gruppendynamisches Ausbildungsseminar für Studenten der Hochschule Fulda in einem Bergdorf am Lago Maggiore durchgeführt. Beeindruckend war für uns immer wieder, wie sehr die lange Fahrt und die besondere Umgebung eine spürbar bessere Qualität in die Ausbildung gebracht haben. Im Vergleich zu unseren Lehrveranstaltungen, die direkt an der Hochschule stattfanden, hat der besondere Rahmen zu einem größeren „Ertrag“ für die Teilnehmenden geführt. Wichtig zu beachten ist, dass die Wahl eines Seminarhotels oder Selbstversorgerhauses immer eine Wertschätzung und eine Form des Dankeschöns an das Team ausdrückt. Hier ist es demnach wichtig, nicht an der falschen Stelle zu sparen.

Die Handlungsorientierung
„Die Dinge, die wir wirklich wissen, sind nicht die Dinge, die wir gehört
oder gelesen haben, vielmehr sind es die Dinge, die wir erlebt, erfahren
und empfunden haben.“ –
Calvin M. Woodward

Eine nachhaltige teamdynamische Workshopdramaturgie braucht Handlungsorientierung. Lernen und Entwicklung findet von klein auf über das Erleben statt. Und das reflektierte Erleben wird zur Erfahrung. Genau das ist der Ansatz des erfahrungsorientierten Prozesses. Durch die Lernschleife der Teamaktion, der danach folgenden Reflexion und dem abschließenden Transfer in den Berufsalltag wird der Lernprozess reizvoller und praxisnäher. Man spricht nicht einfach nur über die gemeinsame Teamarbeit, man erlebt, reflektiert und transferiert sie im Workshop. Dies bietet einen Rahmen, um nachhaltige Teamentwicklung zu initiieren.

Dave Meier beschreibt 2004 in seinem Buch „Accelerated Learning“ den SAVI-Ansatz, der gut zu unserer Arbeit passt:
S = Somatisch Beim Lernen sollen sich die Teilnehmer bewegen, etwas tun.
A = Auditiv Sie sollen hören und sprechen.
V = Visuell Sie lernen durch Beobachtung und innere Bilder (Kopfkino, Imagination).
I = Intellektuell Sie lösen Probleme und reflektieren.

Im themenorientierten Prozess liegt der Fokus im Sammeln, Strukturieren, Priorisieren und Besprechen von teamspezifischen Entwicklungsthemen (z.B. Konflikte, Optimierung von Prozessen und Strukturen). Hier steht im Vordergrund, Handlungsorientierung in den Prozess zu implementieren und dadurch nachhaltiges gutes Gelingen zu unterstützen. Das geschieht durch methodische Varianten, verschiedene Interaktionskombinationen, Besprechungen drinnen und draußen und dem Einsatz von Lebendisierern.
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Die Visualisierung
Ein wichtiger Grundsatz in unseren Teamworkshops ist das Visualisieren aller Methoden, Arbeitsaufträge, Verabredungen, Ergebnisse und Erkenntnisse auf Flipchart oder Pinnwand. Für die Teilnehmer tragen die Visualisierungen dazu bei, dem Teamworkshop noch besser folgen zu können. Durch größere Klarheit geben sie geben allen Beteiligten Sicherheit. Sie begleiten sowohl erfahrungsorientierte als auch themenorientierte Prozesse und sichern die Ergebnisse.
Quelle des gesamten Textes: Teamdynamik entwickeln, begleiten, gestalten von Tobias Seibel und Katja E. Rickert, ManagerSeminare, 2019
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